August 24, 2010 0

Triangle

Von in Cinemaniac

Triangle

Blindkäufe bei DVDs sind ja meistens so eine Sache. Wenn ich die potentiellen Griffe ins Klo summieren würde, die ich bei solchen Aktionen gemacht hätte, dann würde bei mir zuhause eine vollwertige Kläranlage stehen. Aus Fehlern lernt man aber bekanntlich und daher stehen zum Glück doch nicht so viele faule Eier in meinem Regal.

Viel zu selten sind Blindkäufe zur Realität geworden, was im Prinzip auch völlig in Ordnung ist. Trotzdem liess ich mich kürzlich dazu verleiten, DEN Film ins Einkaufskörbchen zu legen… dem Mediamarkt-Kaufrausch sei Dank! Ich verfluche dich, du Ausgeburt der Konsumhölle!

Wie dem auch sei, Triangle sah vom Cover her ansprechend aus, der Beschrieb hinten drauf klang toll und die aufgeführten Rezessionen waren auch nicht schlecht. Ich bin also auf das älteste Grundprinzip überhaupt reingefallen: «Never judge a book by its cover» oder in dem Fall halt die DVD.

Gleich vorneweg: Ja, die Einleitung ist extra so negativ, weil spätestens mit diesem Textabsatz wird der Spiess umgedreht. Triangle ist ein Geniestreich und in der Form hab ich glaube ich noch nie etwas Vergleichbares gesehen!

Jetzt mal ehrlich, wer hat schonmal etwas von Triangle gehört? Niemand? Ach… es verwundert mich keineswegs, denn der Streifen scheint irgendwie nie wirklich Fuss gefasst zu haben und ist in den DVD-Regalen der Händler zwischen B-Movies und billigen Remakes anzutreffen. Völlig zu unrecht!

Die Story drückt dem Zuschauer höchstwahrscheinlich ein stilles «och nööö!» hervor: eine Truppe von jungen Frauen und Männern kommen bei einem Segeltörn in ein plötzlich auftauchendes Unwetter, kentern und finden schlussendlich Zuflucht auf einem menschenverlassenem Linienschiff. Ghost Ship anyone? Der Gedanke daran lässt erstmal die Augenlider runter und den Mageninhalt rauf, denn diese Parallele ist keine Gute, da Ghost Ship doch eher ein, sagen wir mal, Scheissfilm ist.

Doch sehr weit gefehlt! Ungeheurlich weit gefehlt! Was auf dem Schiff abgeht, entwickelt sich nach und nach zu einem extrem durchdachten und quälenden Psychotrip. Schlau inszeniert, sich ins Heftigste steigernd. Was genau passiert, werde ich nicht schreiben, das würde den ganzen Effekt vom Film nehmen.

Ich war nach dem Film irgendwie ein wenig perplex, denn so eine Wucht und Qualität hätte ich nicht erwartet. Allen, die mit Psychohorror und verzwickten Stories etwas anfangen können oder halt einfach mal wieder etwas Frisches sehen wollen, denen sei Triangle unbedingt ans Herz gelegt. Ganz grosses Kino aus der hintersten, verstaubten Ecke der Filmwelt. Schön, dass es immer wieder solche Perlen gibt, die man entdecken darf.

Dieses Mal ohne Trailer, da der schlicht und einfach zu viel verrät. Aber dafür eine satte Bewertung:

(5/5)

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