Steven Spielberg und Tom Hanks ziehen nach Band of Brothers wieder zusammen in den zweiten Weltkrieg. Das Konzept bleibt gleich: eine, zugegebenermassen stark amerikaorientierte, Miniserie (10 Folgen à 50 – 60 Minuten) über eben genannten Krieg. Lediglich der Schauplatz ist diesmal ein anderer… wie der Titel es schon vermuten lässt, erzählt die Serie von den Ereignissen im Pazifik in den Kriegsjahren. Über alle Folgen wird eine fortlaufende Geschichte erzählt, die zum einen natürlich stark fixiert an den tatsächlichen Vorkommnissen ist und zum anderen werden immer wieder Storystränge eröffnet, die dem Zuschauer Einblick in das persönliche Leben einzelner Soldaten gibt.
Die Serie läuft auf dem amerikanischen Sender HBO. Wann und ob die Serie im deutschsprachigen Raum zu sehen ist, kann ich leider nicht sagen, da fehlen noch Infos.
Zur Serie kann ich bis jetzt gut die Hälfte berichten, da die letzten 4 Episoden erst ausgestrahlt werden. Nichts desto trotz konnte ich mir schon einen Eindruck der Serie machen.
Vielleicht zu allererst: Chapeau, dass man endlich mal von der ewigen Deutschlandinvasion weggekommen ist. Wie viele Filme hats darüber eigentlich gegeben? Eine astronomische Anzahl dürfte es sein… wers mir genau sagen kann, kriegt einen Keks! Wie auch immer, flott, dass man die Geschichten im Pazifik ebenfalls mal ausführlich zu Gesicht bekommt!
Das Rad kann dabei natürlich nicht neu erfunden werden, The Pacific ist schliesslich ein Tatsachenbericht, wenn man so will. Das wird übrigens ähnlich wie bei Band of Brothers durch ex-Marines erzählt, basiert also wirklich auf Dingen, die so geschehen sind, wie sie gezeigt werden. Mehr oder weniger zumindest. Das gibt der Serie auch den nötigen Halt und einen roten Faden, da man in den wiederkehrenden Schauspielern einen Bezugspunkt findet und nicht das Gefühl hat, eine Dokumentation zu sehen.
Qualitativ ist die Serie sehr solide! Bei einem 200 Millionen US-Dollar Budget hätte ich aber auch nichts anderes erwartet. Die Schlachten sind extrem gut inszeniert, die Kamerashots und Locations sind allesamt durchaus stimmig.
Was mich allerdings bis jetzt gestört hat, sind Folgen, in denen fast gar nichts passiert. Zum Beispiel landen die Marines in Melbourne um sich dort zu erholen… nun gut, die müssen das halt und ist ja auch in Ordnung, wenn der harte MG-Schütze mit einer zierlichen Australierin anbandelt, aber muss das in dem Ausmass gezeigt werden? Wie erwähnt, es ist zu loben, dass näher auf die Charaktere eingegangen wird, es ist auch völlig ok, dass die Antikriegsbotschaft in so einer Form gezeigt wird, doch hätte ich es lieber gesehen, wenn man sich aufs wesentliche beschränkt hätte, da es im Endeffekt ja trotzdem noch immer eine Serie über den zweiten Weltkrieg ist.
Der andere Minuspunkt ist ganz klar die triefend patriotische Grundeinstellung. Ich glaube, darüber braucht man nicht zu diskutieren… Es ist in gewisser Weise legitim, andererseits wäre ein etwas neutraler Blick aufs Ganze nicht schlecht gewesen.
Alles in Allem bin ich bisher aber sehr positiv eingestellt gegenüber The Pacific. Es kommt qualitativ nicht ganz an Band of Brothers ran, aber sehenswert ist die Sache allemal!
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