Ein neuer Tag, ein neues Interview! Diesmal stand mir mein Arbeitskollege Mischa Rede und Antwort. An der Stelle besten Dank für die interessanten Antworten.
Stell dich doch kurz vor! Wer bist Du? Was machst Du?
In der Regel stelle ich mich als Mischa vor, denn vom Siezen halte ich auch mit 36 noch nicht viel, eigentlich nichts. Das kommt aber vielleicht daher, dass man sich in denen Kreisen, in denen ich mich bewege und wohl fühle generell duzt. Und das wäre dann unter Programmierern und Journis. Somit ist also klar: ich compüterle und gehörte einst zur schreibenden Zunft. Und wäre da nicht seit gut einem Jahr der kleine Livio, der unseren Haushalt durcheinander bringt und den Zeitplan bestimmt – vor allem die Schlafenszeiten –, ich würde gerne wieder einmal ins Kino gehen. So lese ich eben viel und häufig. Und zwar den Stoff, den ich auch gerne auf der Leinwand sähe.
Was macht für Dich ein guter Film aus?
Die Mutter aller Fragen – und deshalb schwierig zu beantworten. In erster Linie muss mich ein Film unterhalten, fesseln, packen – mich in seinen Bann ziehen. Das gelingt ihm vermutlich, wenn er entweder sauglatt oder höllisch spannend ist. Sauglatt darf dabei nicht ins Doofe abdriften und höllisch spannend kann durchaus eine Dokumentation sein. Kurzum: wenn es einem Film gelingt, während seiner Laufzeit meine volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ist er für mich ein guter Film. Wenn er mich auch nach dem Abspann nicht loslässt, dann würde ich gar das Prädikat «sehr gut» verleihen.
Hast du einen Lieblingsfilm?
Nein, definitiv nicht. Ich würde einen Film als Lieblingsfilm bezeichnen, wenn ich ihn jederzeit und x-mal mit grossem Vergnügen geniessen könnte. Kann ich aber nicht. Einmal sehen reicht in der Regel. Denn beim zweiten Mal lässt die Spannung oder der Spass doch schon gehörig nach. Um doch noch auf das Film zu sprechen zu kommen würde ich die Fragestellung für mich so anpassen: Welchen Film könntest du immer wieder anschauen? Dann hätte würde ich folgende zwei Werke nennen «Schindler’s Liste» und «Der Pianist» – grosses Kino mit Tiefgang, wie ich finde. Deutlich seichtere Kost wären dann die Bond-Filme und die «Stirb langsam»-Reihe.
Warum gerade diese?
Der Holocaust an sich ist ein Thema, dass Blut in den Adern gefrieren lässt. Und man sollte sich regelmässig vor Augen führen, wozu Extremismus führt. Beide Streifen gehören irgendwie zur filmischen Allgemeinbildung. Denn auch wenn die Fakten sicher nicht immer ganz wahrheitsgetreu inszeniert worden sind: man muss sich die Geschichte vor Augen führen um nicht die gleichen Fehler wieder und wieder zu begehen.
Und wie siehts mit Schauspieler und Regisseur aus?
Ich sags mal so: ich würde nie wegen einer Schauspielerin oder einem Schauspieler ins Kino gehen – ausser vielleicht er oder sie wären persönlich anwesend. Das gleiche trifft auch auf Regisseure zu. Um doch aus dem Stehgreif einen Favoriten zu nennen, der beide Disziplinen abdeckt: Clint Eastwood. Aufgewachsen bin ich mit seinen Western und Dirty Harry. Und auch seine neueren Werke vor und hinter der Kamera finde ich meistens Klasse. Ich schätze sein Profil vor und hinter der Linse, seine Handschrift würde ich mal als kompromiss- und schnörkellos bezeichnen.
Welches Genre bevorzugst Du? Warum?
Sobald es Richtung Rosamunde Pilcher abdriftet fällt bei mir der Vorhang. Dann ist Schluss mit lustig. Definitiv. Einmal muss ich mir den Schund anschauen, ich hab’s meiner Frau versprochen. Und dann ist aber gut. Nun aber zu dem, was ich bevorzuge. Also was immer geht, sind Actionfilme. Gutes Popcorn-Kino aus Hollywood. Nichts anspruchsvolles. Ein bisschen Witz, ein wenig Hau-Drauf-Action und gut ist. Das kann durchaus auch ein Eastern bieten, nur nichts historisches bitte. Und dem Fantasy- und Drachenmist kann ich auch nichts abgewinnen. Freude habe ich auch immer, wenn’s ordentlich rumort, sprich das Soundsystem auf allen Kanälen zu tun hat und die Luft vibriert.
Der unterbewertetste Film?
So spontan fällt mir da nur «Adams Äpfel» ein. Und ich bin froh, dass hier nicht auf die Ergänzungsfrage nach dem warum gestellt wird.
Und der überbewertetste?
Die letzte Titantic-Verfilmung – mir haben die alten Fassungen besser gefallen. Die Untergangsstimmung kommt bei Schwarzweiss irgendwie besser zur Geltung.
Wenn Du eine Szene eines Films im richtigen Leben nachspielen könntest, welche wäre das?
Vermutlich würde ich mich da für eine Kampfszene von Jackie Chan entscheiden. Aber bitte nicht die Szenen, die am Ende des Films gezeigt werden. Und auch den unweigerlich folgenden Muskelkater. Vielleicht wäre es doch gescheiter, sich für eine Fressszene von Luis de Funès in «Brust oder Keule» zu entscheiden. Oder den leckeren Bohneneintopf von Bud Spencer hätte ich auch einmal schaurig gerne probiert.
Die letzten 3 Filme, die Du gesehen hast, sind?
Also zwei davon würde ich als schräg bezeichnen, wieso auch immer: «Adams Äpfel» und «In China essen sie Hunde». Und «Der Kaufhaus Cop» war stellenweise echt witzig.
Zu welchem Film würdest du eine Fortsetzung drehen und warum?
«Stirb langsam» – ganz klar. Man muss die Fortsetzungen drehen, solange Bruce noch einigermassen im Schuss ist. Solange man ihm noch zutraut, ganze Strassenzüge in Schutt und Asche zu legen und böse Buben reihenweise darunter zu begraben. Und überhaupt: es braucht keinen sinnvollen Grund, um eine Fortsetzung für «Stirb langsam» zu drehen. The show must go on.
Megan Fox ist…
Musste tatsächlich schnell googlen und Wikipedia zu Rate ziehen, um die Dame einordnen zu können. Transformers kenn’ ich natürlich – schön, dass sie dort mitspielen durfte. Und ja, sie sieht auf den Bildern und im Film Klasse aus. Was war die Frage? Ob sie Talent für das Schauspiel-Dings hat? Braucht sie das überhaupt, oder reicht das Aussehen? Keine Ahnung, und ganz ehrlich: es interessiert mich nicht im Geringsten.
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