Ein seltsames Phänomen… ist euch aufgefallen, wieviele Horrorklassiker in den letzten Jahren ein Remake erfahren haben? um mal einen Rundumschlag aufzulisten:
Texas Chainsaw Massacre, Friday the 13th, Halloween, Exorzist, The Hills have Eyes, The Fog, Amityville Horror, Dawn of the Dead, House on Haunted Hill etc.
Bald kommt ja auch Nightmare on Elm Street als Neuverfilmung in die Kinos und teilweise artet das Ganze ja so aus, dass von topaktuellen Filmen schon Remakes gedreht werden (beispielsweise Quarantine, das Hollywood-Pendent zu REC).
Gut, ich bin prinzipiell kein Feind von Remakes, The Hills have Eyes oder Halloween fand ich richtig gut! Aber dann gibt es halt auch wirklich diejenigen Filme, die total übers Ziel hinausschiessen und einfach nur schlecht sind, vor allem, wenn Michael Bay seine Finger im Spiel hat. Texas Chainsaw Massacre, der den ursprünglich zermürbenden Psychoterror durch Splattereffekte ersetzt hat oder auch Friday the 13th, der im heutigen Zeitalter das in den 80er-Jahren noch prima funktionierende, Naiv-dämliche-gehabe aufgegriffen, aber kläglich versagt hat.
Was ist der Reiz an Remakes? Und warum sind es vor allem Horrorfilme, die ständig wiederverwertet werden? Kann es sein, dass uns «alte Schinken» in der heutigen Zeit nicht mehr schocken und daher mehr Pfeffer brauchen? Aus kommerzieller Sicht bestimmt ein guter Einwand, aber für mich irgendwie nicht verständlich. Denn wenn ich beispielsweise einen Horrorfilm aus den 70ern schaue, dann versetze ich mich in diese Zeit und erwarte gar nicht, dass in super Digitaleffekten irgendwelche Gedärme durch die Luft fliegen. Vielmehr lasse ich mich auf die spezifischen Faktoren ein, auf welche der Film abzielt. Um nochmals oben genanntes Beispiel aufzugreifen: wenn ich das Original von Texas Chainsaw Massacre schaue und erwarte, dass Leute in Nahaufnahme und Zeitlupe mit Kettensägen auseinandergenommen werden, werde ich enttäuscht sein, definitiv! Wenn ich den Film aber so auf mich wirken lasse, wie er eigentlich konzipiert worden ist, nämlich der psychische, unterschwellige Terror, werde ich voll auf meine Kosten kommen.
Sind wir durch SAW, Hostel und all die Extrem-folterstreifen so dermassen abgestumpft, dass wir unter Horror nur noch Blut und Gedärme verstehen und es daher notwendig ist, aus alten Klassikern ein Schlachtfest zu machen?
Dass jenes auch ohne das Recycling von alten Filmen geht, sieht man beispielsweise an Dead Snow, The Devil’s Rejects oder 28 Days Later… es braucht keine Vorlage, um einen modernen, guten Horrorfilm zu kreieren.
Tags: Filmrecycling, Horror, Remake
“Nightmare on Elm Street” ohne Robert Englund als Freddy ist kein “Nightmare on Elm Street”… Punkt!
Er wird das erste mal überhaupt diese Rolle nicht spielen. Sonst hat er es über all die Jahrzehnte gemacht. Sogar in der Spin-off-Fernsehserie…
Jackie Earle Haley wird 2010 den Freddy geben.
Stimmt eigentlich. Auch in Freddy vs. Jason wars Englund. Die richtige Entscheidung, meiner Meinung nach, die Rolle im Remake NICHT anzutreten.