Franzosen, das sind diese kettenrauchenden Spitzbartträger, die sich ausschliesslich mit gestreiften Rollkragenpullis und Perrets einkleiden und sich von Rotwein und Froschschenkeln ernähren. Im Filmbereich sind die Franzosen übrigens diejenigen, die ohne Rücksicht auf Verluste möglichst viel Härte in ihre Filme bringen.
Würde man den Klischees glauben, wäre High Lane ebenfalls ein ultrabrutaler Psychoterror. tja, dem ist aber nicht so und man wird sich mal wieder bewusst, dass man nicht alles und jeden in den gleichen Topf werfen kann. Ach ja, natürlich entsprechen auch nicht alle Franzosen obengenanntem Stereotyp.
High Lane ist ein Horrorfilm, soviel dazu. Wie erwähnt, nicht von der gewohnten Sorte, aber es geht teilweise schon ziemlich ordentlich zur Sache. Dass wir hier aber nicht den typischen französischen Film haben, merkt man sehr schnell.
Ein paar Freunde machen sich auf den Weg um im Kroatischen Gebirge einen Klettersteig zu begehen. Unter den drei Jungs und zwei Mädels gibts von Anfang an Reibereien, da Ex und aktueller Freund der einen Protagonistin aufeinandertreffen. Mal ehrlich, das kann auch nur in einem Film vorkommen, oder? Wer zur Hölle nimmt den oder die Ex zu einem Freizeitausflug mit?
Zur schauspielerischen Leistung gibts eigentlich nicht viel zu sagen. Die Darsteller sind relativ belanglos und austauschbar, machen aber nichts desto trotz eine gute Falle.
Viel eindrücklicher ist das Szenario! Die jungen Wilden kraxeln mir nichts, dir nichts dem (gesperrten) Klettersteig entlang… tiefe Abgründe, wunderschöne Panoramen, irgendwie halt mal was anderes. Der Klettersteig ist übrigens nicht ohne Grund geschlossen, denn schon bald finden sich die Darsteller auf einer zusammenbrechenden Brücke wieder. Ab sofort wird ein alternativer Weg gesucht, der allerdings auf dem Gipfel des Berges in den Fängen eines psychopatischen Hinterwäldlers endet. Spätestens ab jetzt kommt zum Faktor Natur noch der Faktor «zurückgebliebener Killer im Wald» dazu, welcher das eigene Überleben beeinflusst.
Der Film gab zu Beginn wirklich ein gutes Bild ab. Die viel umworbene Angst vor dem Vertikalen und der Gefahr des Absturzes kam irgendwie schön zur Geltung (Stichwort: Brücke), der Film scheint bis zur Hälfte alles richtig zu machen. Frische Ideen, Mensch vs. Natur, Berge… eine tolle Sache! Aber warum zum Geier muss da plötzlich noch ein degenerierter Freak auftauchen? Das hat irgendwie die ganze Stimmung kaputt gemacht, weil der Film spätestens ab dann zu einem völlig unspektakulären Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Survivaltrip wird, das man schon x-fach anderweitig gesehen hat. Auch die Konstante «Vertikal» ist mir nichts, dir nichts irelevant, es spielt sich alles in einem düsteren Wald ab und ja, das wärs im Groben.
Sehr schade, da wär definitiv mehr gewesen, was man verarbeiten könnte. Der plumpe Storyturn wär wirklich nicht nötig gewesen.




(2.5/5)
