Gleich mal vorneweg: wer Hard Boiled nicht gesehen hat, dem sollte es per Gesetz verboten sein, über Actionfilme zu diskutieren. Wenn ich heute eine Petition starten würde, morgen stände es in unserer Verfassung.
Es ist keine eigene Meinung sondern Fakt, dass Hard Boiled der beste Actionfilm aller Zeiten ist.
Aber immer ruhig mit den jungen Pferden, um was geht es eigentlich?
Die Story ist, wie bei Actionfilmen halt üblich, relativ simpel gehalten. Inspektor Tequila (Chow Yun Fat) ist im Begriff, einen Waffenschieberring auszuheben. Eine Aktion geht dabei schon von anfang an schief und sein Freund Lionheart wird erschossen. In der Zwischenzeit kommt der Auftragsmörder Tony ins Spiel, welcher in einer Bibliothek einen Verräter exekutiert. Tony arbeitet für Mr. Hoi, Anführer des Waffenschieberrings.
Tequila und Tony sollen sich schon bald treffen. Was Tequila allerdings nicht weiss: Tony arbeitet als Spitzel für die Polizei.
Als Tequila’s Informant Foxy von Tony brutal zugerichtet wird, bringt Tequila diesen sofort ins Krankenhaus. Vor Ort, vo auch Tony wegen einer Verletzung liegt, wird das Geheimnis von Mr. Hoi gelüftet: Das ganze Krankenhaus dient als riesiges Waffenlager, von wo aus die ganzen kriminellen Machenschaften durchgeführt werden.
Ja, so oder so ähnlich läuft die Geschichte ab. Nichts weltbewegendes, aber durchaus Stoff für eine persönliche Fehde zwischen zwei Hauptdarstellern (Tequila und Tony) plus natürlich der obligaten bösen Gang, die aufgemischt werden will.
Was macht den Film aber in dem Fall so besonders? Die Formel dafür ist relativ banal: extrem viele Schiessereien mit extrem vielen Toten (in der ungeschnittenen Version sind es über 300), sowie Stil und Choreografie ohne Ende. Was John Woo hier in seinem letzten Hong Kong Streifen vor seiner Hollywoodkarriere abliefert, ist in Worten kaum beschreibbar. Die Action ist fast zu viel; es ist dermassen übertrieben und ein so gewaltiger Overkill, dass dafür extra ein eigenes Subgenre erfunden wurde: Heroic Bloodshed, auf Deutsch in etwa Hong-Kong-Blut-Oper.
Hard Boiled ist jetzt bald 20 Jahre alt und hat kein bisschen seines Charmes verloren. Vom Titelscreen bis zum Abspann ist jede Minute einfach ein Schlag in die Fresse, zum Luft holen bleibt definitiv keine Zeit, anders kann man es eigentlich gar nicht ausdrücken. Kein Wunder kann man sich den Film immer und immer wieder anschauen, er wird niemals langweilig werden. Allein schon die Krankenhausszene am Schluss wäre ein eigenständiger Film wert!
Wichtig, falls man ihn sich besorgen will: unbedingt darauf achten, dass man die ungeschnittene Version kriegt!
Die Bewertung ist eigentlich klipp und klar:




(5/5)
Hier auf alle Fälle ein kleiner Vorgeschmack. Es handelt sich dabei um die allererste (!) Szene im Film:
Tags: Action, Chow Yun Fat, Hard Boiled, Heroic Bloodshed, Hong Kong, John Woo, Teehausszene

John Woo hat auch “Bullet Time” erfunden, wie in diesem Film ja sehr gut ersichtlich ist
Darum war ja auch Max Payne ein riesen erfolg! Aber wie gesagt, der Film ist einfach nur weltklasse.
Erfunden hat er die Bullet Time nur bedingt. Er hat vielleicht die ersten Impulse gegeben, die in Matrix dann endgültig zum Thema wurden (und bis heute bis zum Erbrechen als Vorlage für X Filme herhalten musste).
Was allerdings ohne Zweifel auf John Woo’s Kappe geht: unendliche Munition und ein Godmode, sobald man zwei Pistolen gleichzeitig abfeuert.