September 14, 2010 0

Get Him To The Greek

Von in Meinung

Komödien aus Hollywood haben immer diesen faden Beigeschmack, oder anders ausgedrückt: der grösste Teil von Ihnen ist schlicht und einfach mies. Mitunter ein Grund, warum ich relativ selten ins Kino sitze um zu lachen, wenn das Gezeigte aus Übersee stammt. Aber bekanntlich macht ja die Ausnahme die Regel und hin und wieder schaffen es die Amis trotzdem, eine wahre Perle hinzukriegen.

Get him to the Greek, mit dem unsäglichen Deutschen Namen «Männertrip», ist eine solche Perle! Gut, Nicholas Stoller, der Regisseur, hat uns mit Forgetting Sarah Marshall oder Blades of Glory schon überzeugen können, aber sein neuestes Werk setzt noch einen drauf!

Aldous Snow (Russell Brand) ist, oder besser war, ein angesagter Rockstar aus England, bis ihn ein katastrophales Album, eine gescheiterte Ehe und daraus folgende Drogenexzesse und Skandale in die Versenkung brachte. Trotz seines erbärmlichen Zustandes hat er aber noch immer eine beachtliche Fangemeinde, welche allerdings vergebens auf ein Comeback wartet. Hier kommt Aaron Green (Jonah Hill) ins Spiel: er arbeitet für ein angeschlagenes Plattenlabel und ist zufälligerweise eben einer jener Fans, die sehnsüchtig auf Snow’s Rückkehr auf die Bühnen dieser Welt wartet. Um Geld in die Kassen des Labels zu spülen, hat er die glorreiche Idee, Aldous aufzusuchen und von England nach Amerika zu bringen, welcher dann vor Ort ein Jubiläumskonzert geben soll. Die ganz grosse Nummer scheint sich zu erfüllen, doch leider hat es Aaron mit dem Rockstar nicht leicht, denn dieser entpuppt sich als einiges schlimmer, wie er angenommen hat. So tingeln die beiden von Party zu Party, tappen von einer Peinlichkeit in die Nächste und erleben die schrägsten Momente ihres Lebens. Zum ganzen Desaster ist ihm auch noch sein Boss Sergio (Sean Combs aka P.Diddy) auf den Fersen, der dem langsam aber sicher der Geduldsfaden reisst. Und wäre das nicht schon genug, hat er auch noch Streit mit seiner Freundin, was auch ganz schnell auf Aldou’s Liebesleben abfärbt. Das Chaos ist perfekt, fragt sich nur, wie Aaron letztendlich die Sache doch noch meistern kann…

Rein storytechnisch bietet der Film eher laue Kost. Das übliche Komödienschema kommt mal wieder zum Zug und viel unvorhersehbares passiert eigentlich nicht. Ups und Downs, ein Happyend, alles gut gemixt und fertig ist der Spannungsbogen. Allerdings tut das hier nicht viel zur Sache, denn der Film lebt definitiv von seinen einzelnen Szenen, die wirklich brillant umgesetzt wurden. Schön dabei ist, dass auf derben Humor nicht verzichtet wird, das Ganze aber dennoch nicht in die plumpe «Fäkalwitzsparte» abrutscht. Und zu guter letzt muss man natürlich auch die Schauspieler loben! Jonah Hill ist sowieso ein amüsanter Typ, aber vor allem Russell Brand macht einen unglaublich sauberen Job. Wie er den durchgedrehten Freak mit Starallüren spielt ist einfach herrlich. Überrascht war ich von P.Diddy, welcher ebenfalls eine überraschend gute Falle macht.

Man sieht dem Film an, dass er manchmal vielleicht gar nicht witzig sein will. Zumindest nicht so, dass die Pointe dem Zuschauer richtiggehend aufs Auge gedrückt wird. Vieles, was passiert ist nicht offensichtlich mit generellem Humor gespickt, sondern einfach in einer gewissen Art schräg und abgedreht, dass man, einen gewissen Grad von Schadenfreude vorausgesetzt, einfach lachen muss.

Wer Hangover letztes Jahr toll fand, sollte sich das hier antun! Ein Pünktchen Abzug gibt es von mir wegen der doch relativ banalen Story, von der man vielleicht doch noch ein bisschen mehr Spielraum gewünscht hätte.

(4/5)

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