August 17, 2010 0

Einige Gedanken zur Filmproduktion

Von in Cinemaniac

Einige wissen es schon, andere noch nicht: ich arbeite mit 3 Kollegen an einem Kurzfilm! Vom Genre her würde ich jetzt mal «Psychothriller» vorschlagen, bei Kurzfilmen ist das aber eh ziemlich schwierig.

Nun denn, wir sind mitten in der Produktion und haben nun gut die Hälfte der nötigen Szenen im Kasten. Und schon jetzt ist der Aufwand fast schon unüberschaubar! Ich muss allerdings gleich vorneweg etwas klarstellen: die Arbeit macht unglaublich viel Spass, wir sind alle mit viel Herzblut dabei und sind voller Tatendrang… nicht dass hier die Stimmung aufkommt, es sei ätzend, einen Film zu drehen.

Wie dem auch sei, ich möchte hier mal einen Überblick über die Arbeit zeigen, die wir bis jetzt hatten. Wohlgemerkt haben sich alle Aufwände in unserer Freizeit abgespielt. Sprich, an Abenden und Wochenenden.

Viele kleine Dinge

Wo soll ich am besten anfangen? Vielleicht am einfachsten ganz am Beginn des Projekt, als der Film lediglich in unseren Köpfen rumgeisterte. Das war vor knapp eineinhalb Jahren. Mein Kollege Michael hat mich bei einem Feierabendbier über die Idee eines Kurzfilms informiert. Storymässig hatte er schon grobe Vorstellungen, ich war natürlich sofort Feuer und Flamme dafür!

Die Story hat sich dann nach und nach entwickelt. Hier eine glänzende Idee, dort etwas weggestrichen, bis wir im Endeffekt eine Geschichte hatten, die uns passte. Einige Monate später stiess Bojan, ein Kollege von Michael, zu unserem Team. Ab hier ging das Projekt eigentlich richtig los, da Bojan interessante Inputs zur Story gab und parallel dazu Stefan, unser Technikguru, ins Boot holte. Wir hatten nun ein solides Team aus Filmfreaks. Wir alle konnten uns gut ergänzen, sei es aus story- oder filmtechnischer Sicht.

Gut, die Story stand, nächster Schritt: Rekogniszieren! Ich hatte ein paar gute Locations im Kopf, welche wir zu zweit abfuhren, fotografierten und filmten. Bis auf ein paar Kleinigkeiten machte die Suche keine grosse Mühe, trotzdem verfliegt da gut und gerne mal ein ganzer Tag. Bei einigen Orten mussten zudem Aklärungen getroffen werden, ob und wann gefilmt werden kann (unser Film spielt ausschliesslich in der Nacht).

Dann gings darum, gewisse Requisiten zu organisieren. Das kleinere Zeug wie ein Gewehr, eine Schaufel etc. war da noch relativ simpel zu kriegen. Allerdings ist eine alte Amikarre ein wichtiger Bestandteil unseres Films… daher wurde kurzerhand via Ricardo ein 20 jähriger Buick Regal gekauft und nahe bei Winterthur abgeholt. Wir haben dabei einen wahren Glückstreffer gelandet und dafür kaum was bezahlt. Natürlich musste das Auto entsprechend eingelöst werden, ging aber relativ locker.

Als nächstes standen Testshots auf dem Programm. Unsere Szenen finden teilweise bei vollkommener Dunkelheit statt, da ist mit normalen Kameraeinstellungen rein gar nichts zu machen. Wir haben mit Scheinwerfern experimentiert und schlussendlich ein optimales Resultat erzielt. Via Generator haben wir die Möglichkeit, mehrere Daylight-Scheinwerfer zu betreiben, die eine dunkle Umgebung mehr als genügend ausleuchten können.
Soweit so gut, damit hatten wir eines unserer grössten Probleme eliminiert.

Zwischendurch gabs dann immer wieder kleinere organisatorische Hürden, die wir aber alle den Umständen entsprechend locker genommen haben. Auch die Schauspielersuche stellte sich als durchaus simpel heraus. Die nötigen Protagonisten fanden wir in unserem Freundeskreis, die Chemie stimmt und die Zusammenarbeit ist bis jetzt tadellos.

Und Action!

Vor zwei Wochen haben wir mit dem Drehen angefangen… und genau ab dem Zeitpunkt gings so richtig los! Wir haben nun 3 komplette Nächte gefilmt, hauptsächlich Szenen im, am und ums Auto. Wir haben x mal unsere Scheinwerfer auf- und abgebaut, sind stundenlang durch scharfe Kurven gebrettert, lagen bei 90 Sachen auf dem Kofferraum für eine coole Einstellung, machten Tests, leuchteten in filigraner Kleinarbeit mit LEDs den Innenraum vom Wagen aus, experimentierten mit Einstellungen, Licht und Schärfe. Immer begleitet von der Kälte, dem Regen und der eintretenden Müdigkeit.

Ich würde sagen, der Aufwand der ersten Nacht, in etwa 8 Stunden, erbringt eine, höchstens 2 Minuten. Aber der Aufwand ists wert! Qualität vor Quantität!

Uns stehen nun noch 2 wichtige Szenen bevor. Eine davon wird nochmals richtig anstrengend und locker ein weiteres Wochenende in Anspruch nehmen. Aber wie gesagt, der Spass steht stets im Vordergrund, wir haben Freude an unserem kleinen Projekt, nehmen die Sache aber durchaus ernst.

Point of no return

Wir sind jetzt schon in der Planung, wies mit dem Schneiden weitergeht. Da müssen wir uns auf alle Fälle nochmals auf ordentlich Aufwand gefasst machen.

Wenn wir dann aber unser Resultat anschauen können, der Film im Rahmen eines kleinen Events in einem Kino zu sehen sein wird und man eine DVD von dem ganzen Spass in den Händen halten kann, dann hat sich der Aufwand doch irgendwie gelohnt. Wenn dann noch irgendwer den Film toll findet, dann erst recht!

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