Februar 14, 2011 0

Ein paar Tipps zum Filmdreh

Von in Cinemaniac, Off Topic

Nun, ich möchte mich ganz und gar nicht rühmen, jetzt «endlich» auch zu den Filmemachern zu gehören. Der Job ist hart, teilweise sogar richtig mühsam, aber es macht halt irgendwie trotzdem Spass. Und das ist es ja auch, was unter dem Strich zählt. Das letzte halbe Jahr war ich mit Kollegen in einem Kurzfilmprojekt involviert und, was meinen Part betrifft, konnte ich gestern endlich den letzten Arbeitsschritt abhaken. Der Prozess war eine grandiose Erfahrung, wir alle haben bei Null angefangen, waren voller Euphorie und wurden, öfters als uns lieb war, immer wieder auf den Boden der harten Realität zurückgeschmettert. Wir sind Amateure, das muss hier gesagt sein, wir haben weder die Fähigkeiten von Profiregisseuren und -schauspielern, noch das nötige Kleingeld, um solche zu engagieren, trotzdem sind wir, so denke ich, einen grossen Schritt vorwärts gekommen, wenns um die Realisierung von Filmprojekten geht.

Und genau dies hat mich dazu bewegt, einen Blogeintrag zu verfassen, der genau diese Erfahrungen behandeln soll. Es gibt Unmengen zu beachten, ich möchte versuchen, all diese Punkte irgendwie zusammenzufassen.

Wie erwähnt, wir sind keine Profis, das hier soll auch in keinster Weise irgendwelche Filmprofessoren oder sonst wen beeindrucken, es ist vielmehr ein Erfahrungsbericht. Kommentare sind selbstverständlich erwünscht!

Vorbereitung

Meiner Ansicht nach der wichtigste Punkt überhaupt! Geht nicht da raus und filmt einfach mal drauf los… ihr werdet scheitern. Das klingt hart, ist aber so.

Story, Drehbuch, Dialoge und Storyboard

Was für eine Geschichte wollt ihr erzählen? Wichtig ist, dass ihr das Ganze ausfeilt und nicht einfach den erstbesten Entwurf nehmt. Besprecht eure Idee im Team und dann solltet ihr auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Das Wichtigste ist wohl, dass alle hinter der Story stehen können. Überlegt euch zu dem Zeitpunkt schonmal grob, wie und wo ihr die entsprechenden Szenen drehen wollt und gebt einen ersten Entwurf auch gut und gerne mal einer Vertrauensperson zum durchlesen… bedenkt, dass für euch die Geschichte klipp und klar ist, für Aussenstehende allerdings verwirrend sein könnte, der rote Faden und die Logik müssen beibehalten werden. Achtet auch auf ein angenehmes Stimmungsbild: eine Pointe, Höhen und Tiefen, das ist das A und O. Wenn euer Drehbuch fertig ist, dann sollte es diesen Zustand auch beibehalten! Nachträgliche Änderungen an der Geschichte sind der Horror und bringen nur das Konzept durcheinander.

Sobald ihr eure Geschichte habt, solltet ihr nach passenden Schauspielern Ausschau halten. Das müssen nicht zwingend irgendwelche erfahrene Leute sein… wir haben beispielsweise im Kollegenkreis gesucht und auch was gefunden. Was wir leider (mal wieder) merken mussten: heutzutage scheint Verbindlichkeit keinen Stellenwert mehr zu haben, so sind uns dann auch tatsächlich 3 (!) Schauspieler wieder abgesprungen. Macht also den Leuten klar, dass ihr es ernst meint. Danach solltet ihr auch schon gleich an den Charakteren feilen. Ihr könnt Lebensläufe, Charakterzüge etc erstellen. Je detaillierter ein Charakter beschrieben wird, desto besser kann man sich als Schauspieler in ihn «hineinleben».

Die Dialoge sind eine knifflige Sache. Wir alle denken von uns, dass wir einen Text locker zusammenbasteln können, aber so einfach ist das leider nicht. Wir haben zum Beispiel in einem ersten Entwurf einen katastrophalen Text gehabt und auch in unserer finalen Version sind die Dialoge nicht wirklich super, das muss ich zugeben. Nehmt euch also genügend Zeit und feilt an den Dialogen. Das Ganze sollte natürlich sein und, das ist ausgesprochen wichtig, zum jeweiligen Charakter passen. Gebt euren Schauspielern ein Mitspracherecht. Wenn jemand einen Dialog aufgetischt kriegt, dessen Sätze er niemals im richtigen Leben so sagen würde, dann solltet ihr ihn umschreiben, weil das Gesprochene sonst automatisch holzig und künstlich wirkt.

Ihr habt jetzt eigentlich fast alles! Was noch fehlt, ist der Film selber. Und zwar derjenige, der vor eurem geistigen Auge spielt. Ihr solltet nun eigentlich schon genau wissen, wie die jeweiligen Szenen auszusehen haben. Daher erstellt ihr nun das Drehbuch… was wird wann und wo und wie gedreht. Je genauer ihr das notieren könnt, umso besser. Ein Storyboard ist natürlich auch eine grossartige Hilfe. Ihr müsst keine Künstler sein, einfache Skizzen reichen völlig aus, um die Szene bildlich aufs Papier zu bringen. Auch hier gilt: eine abgesegnete Version ist unantastbar!

Drehorte und Equipment

Wo wollt ihr euren Film drehen? Braucht ihr dazu nur ein übliches Wohnzimmer oder benötigt ihr verschiedene Settings an unterschiedlichen Orten? Letztes war bei uns der Fall und es sei gesagt: es klingt einfacher, als es ist! Wenn ihr Aussenaufnahmen habt und die in eurem Drehbuch/Storyboard notiert sind, dann klappert am besten eure Umgebung ab. Meistens werdet ihr ja bestimmt schon gewisse Orte im Kopf haben… checkt trotzdem die Lage ab! Achtet dabei auf alles Mögliche, was euch irgendwie beim Drehen beeinflussen könnte: Verkehr, Anwohner, Beleuchtung und so weiter. Ein Beispiel: wir haben an einer Tankstelle gedreht, als plötzlich um 1:00 Uhr die Strassenbeleuchtung ausging. Zudem wichtig: informiert Anwohner und holt eine Erlaubnis ein, wo eine solche benötigt wird. Die meisten Leute reagieren ziemlich locker auf Filmdrehs, wie wir merken mussten. Wenn ihr euch unsicher seid, macht besser einen schriftlichen Vertrag ab. Wir hatten das Pech, bei einem Drehort mit der «falschen» Ansprechsperson den Termin abzumachen, nur mündlich, wohlverstanden. Dessen Vorgesetzte hat uns dann kurz vor dem Dreh einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also: Vorsorgen ist besser als improvisieren! Und geht bitte nicht bei den Leuten vorbei und sagt, dass ihr morgen dann mal loslegen werdet. Nachsichtig sein nützt viel, auch in dem Bereich.

Habt ihr eure Drehorte, sollte es ans Materielle gehen. Die Requisiten sind da schon mal so eine Sache: vieles hat man irgendwo im Haushalt, sobald es aber etwas spezieller sein soll, muss man natürlich die nötigen Hebel in Bewegung setzen. Wir mussten uns beispielsweise ein Auto zulegen und uns um eine Schrotflinte kümmern. Da muss man kreativ sein, denk ich mal. Und man sollte sich nicht scheuen, den ein oder anderen Geldbetrag aufzuwerfen. Auch hier gilt: wer sucht, der findet; seid kreativ! Ich meine, wir haben unser Auto für 500 Franken gekriegt, das ist nicht viel! Am besten sammelt ihr übrigens die Requisiten und verstaut sie gleich ein einem Ort. Nichts schlimmeres, als wenn jeder dran denken muss, was er noch alles zum Dreh mitschleppen soll.

Das Equipment, um euern Film in den Kasten zu kriegen, wäre der nächste Schritt. Prinzipiell braucht ihr natürlich mal eine Kamera. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nehmt unbedingt mit 1080p auf digitalen Medien auf. Wir haben zwar auch mit 1080 aufgenommen, allerdings alles interlaced und auf HD-DV-Bändchen, was im Endeffekt Qualitätsverlust und Mehraufwand bedeutet. Dann brauchts selbstverständlich entsprechende Stative, auch eine Steadicam (oder zumindest Ähnliches) ist nie schlecht. Hier müsst ihr hauptsächlich auf euer Storyboard und euer Drehbuch achten… lotet aus, ob ihr mit «Standardequipment» zurechtkommt. Zur Kamera selber sollte gesagt sein, dass ihr genug Akkus und Datenspeicher dabei habt. Man kennt das, es scheitert meistens an den banalen Dingen. Kameras kann man übrigens in guten Fotogeschäften mieten. Hier würde ich unbedingt auf Qualität setzen und eher ein hochwertiges Modell ausleihen. Vor allem bei dunkleren Aufnahmen werdet ihr froh sein, da eine Standardkamera mit hohen ISO-Werten meistens nicht mehr zu gebrauchen ist. Falls ihr Zeitlupe plant, schaut darauf, dass eure Kamera mit 60 fps aufnehmen kann, dann habt ihr auch bei langsamem Abspielen noch immer ein flüssiges Bild. Ach ja, vor dem Dreh solltet ihr eure Kamera gleich mal an den Drehorten testen, man weiss ja nie.

Für den Ton nehmt ihr ein externes Mikro, basta! Alles andere ist eine Bastelei. Funkmikrofone sind top, kosten aber unter Umständen ein halbes Vermögen. Ansonsten gehts natürlich auch mit Audiokabel und Richtstange, die dann halt irgendwer bedienen muss.

Was braucht ihr noch? in den allmeisten Fällen wohl eine passende Beleuchtung. Wir haben handelsübliche Scheinwerfer auf Stativen eingesetzt, starke und weniger starke. Dazu haben wir kleinere Innenräume mit dimmbaren LEDs ausgeleuchtet. Eventuell ist zusätzlich ein Reflektor ganz praktisch? Hier könnte man mit weissen Regenschirmen oder Wärmematten arbeiten, da kann man gut und gerne Eigenkonstruktionen verwenden, denk ich mal.

Und der Klassiker zum Schluss: ein Generator für den Strom, mit viel, viel Kabel, damit er auch wirklich weit weg stehen kann und nicht stört.

Was wir sonst noch verwendet haben? Nun, erwähnenswert wäre da noch ein externer, handelsüblicher TFT-Monitor, um das Bild live zu überprüfen, da das Display in der Kamera alles meistens ein bisschen dunkler darstellt.

Und dann wären da halt noch die kleinen Helferlein: Stirnlampe bei Nachtaufnahmen, Funkgeräte und so weiter.

Denkt an die kleinen Dinge! «Be prepared for the unexpected»… bei unserem Wagen ist in einer Nacht die Batterie abgelegen und wir mussten x Kilometer fahren, um ein Überbrückungskabel zu holen. Ein anderes Mal wollten wir eine Schussszene bei Nacht drehen, die Flinte war aber noch nicht vor Ort. Als wir drehen wollten, war die Morgendämmerung schon da.

Der Dreh an und für sich

Hierarchie und Jobs

Der Regisseur hat das letzte Wort! Es gibt nur einen Regisseur! Wir gingen das ganze zuerst relativ locker an, man macht das Projekt ja unter Kollegen. Nur war das Problem, dass wir ständig angefangen haben, über irgendwelche Einstellungen zu diskutieren. Das kostet unfassbar viel Zeit und ist völlig unnötig! Daher habe ich auch erwähnt, dass das Drehbuch unantastbar bleibt… und eben: es gibt eine Person, die alles leitet, man kommt nicht drumrum.

Dann solltet ihr unbedingt verschiedene Posten abdecken: jemand bedient die Kamera, jemand kontrolliert das Bild auf Schärfe und Fokus und jemand überprüft den Sound. Eigentlich eine simple Sache, aber es braucht auch Disziplin. Und auch hier gilt: im Zweifelsfall entscheidet der Regisseur.

Die Szene in den Kasten kriegen

Die Szene sollte dann starten, wenn der Regisseur das Zeichen gibt. Vorher wird das Bild und der Ton geprüft. Wenn irgendwie möglich, sollte mit einer Filmklappe gearbeitet werden, damit ihr jeden einzelnen Take genau dokumentieren könnt. Den Besten notiert ihr euch, das macht es euch beim Schneiden unglaublich viel einfacher. Ach ja, wir haben keine Filmklappe benutzt und uns dann für den Schnitt durch 9 Stunden Filmmaterial gewühlt.

Ihr spart Zeit, wenn ihr versemmelte Takes gleich abbrecht. Spielt der Ton verrückt, ruft der Tonverantwortliche Cut, dasselbe, wenn das Bild nicht passt oder es die Schauspieler verpatzen.

Wie gesagt, seid streng mit euch selber, nehmt euch Zeit und holt das Beste raus, was irgendwie geht. Und bleibt vor allem bei der Sache! Wir hatten eine Szene zu drehen, da war es irgendwas um 4:00 Uhr morgens, alle waren müde, es war kalt und wir wollten fertig werden. Also drehten wir irgendwie irgendwas zusammen und wir waren fürs erste zufrieden. Beim Schneiden hat sich dann alles gerächt, weil wir kein vernünftiges Material zur Auswahl hatten.

Der Zeitfaktor

Unterschätzt nie die Uhr! Niemals! Wir haben das leider öfters getan und wurden teilweise auch bitter dafür bestraft. In erster Linie gilt: übernehmt euch nicht und lasst euch Zeit für die Szenen. Ihr müsst nicht alles an einem Tag runterspulen. Je nach Szene brauchts natürlich mal länger, mal weniger. Dialoge hat man relativ fix drin, aber Actionszenen brauchen wesentlich mehr Geduld. Für 3 Minuten Autofahrt (Aussenaufnahmen), haben wir gut 10 Stunden investiert. Eine Szene an einer Tankstelle, die etwa gleich lange dauert, konnten wir in gut 2 Stunden abschliessen. Zudem haben wir ursprünglich mit einem intensiven Wochenende gerechnet, aus welchem dann 9 Wochenenden wurden.

Zum Thema Zeit gehört auch ein Plan! Wenn ihr mehrere Personen seid, dann ist es unabdingbar, dass eure Termine fix stehen. Gut, eigentlich müsste man das ja nicht erläutern, aber wenn ihr beispielsweise eine Szene explizit bei der Abenddämmerung drehen wollt, dann wäre es wohl besser, wenn alle Involvierten auch pünktlich vor Ort sind. Trotzdem sind Ausweichdaten nicht schlecht, man bedenke nur schon das Wetter, das umbrechen kann.

Spezielles

Habt ihr vor, mit Effekten zu arbeiten? Gibt es Dinge, die ihr nur einmal aufnehmen könnt? Bei unserem Dreh gab es eine Erschiessungsszene, die entsprechend Blutspritzer benötigte. Gerade wenn sowas Neuland ist, solltet ihr genügend Zeit einplanen, um Tests durchzuführen. Ich dachte am Anfang, dass so eine Blutszene keine Probleme verursachen kann, was sie auch tatsächlich nicht tut. Nur sollte man am besten schon mit einer gewissen Routine ans Set gehen, das Experimentieren ist definitiv Teil der Vorbereitungen. Bedenkt auch die Effekte, die ihr digital einfügen wollt… wenn ihr zum Beispiel einen Hintergrund via After Effects oder einem ähnlichen Programm ersetzen wollt, dann achtet darauf, dass der Hintergrund möglichst «clean» und Kontraststark ist. Je weiter ihr denkt, desto einfacher habt ihrs in der Nachbearbeitung.

Nachbearbeitung

Habt ihr alle Szenen abgedreht? Wirklich komplett alles? Nein? Gut, dann fangt gar nicht erst an, eure Daten auf den Rechner zu spitzen, denn es wird möglicherweise im Chaos enden. Bei uns war wohl die Euphorie grösser als die Vernunft und wir haben ein paar kleine Szenen im Nachhinein gedreht, was eigentlich völliger Blödsinn ist. Meiner Ansicht nach gilt: erst wenn alles von A – Z aufgenommen ist, sollte man erst daran denken, den Film auf die Harddisk zu schieben.

Soft- und Hardware

Ist es dann mal soweit, dann entscheidet euch für ein beliebiges Schnittprogramm. Ich habe mich für Adobe Premiere entschieden, weil ich mit dem schon Erfahrungen gemacht habe. Fürs nächste Projekte kommt dann wohl eher Final Cut in Frage. Das spielt aber in erster Linie keine Rolle, nehmt den Microsoft Movie Maker, wenn ihr mit dem klar kommt! Wichtig ist eher, dass eure Kiste ordentlich was hermachen sollte. Wir haben unseren Film auf einem Mac mit 2GHz Core 2 Duo mit 2GB Ram geschnitten, was allerunterste Grenze ist. Für HD-Material und entsprechendem Sound wäre das doppelte, oder besser dreifache, geeigneter. Ansonsten braucht ihr natürlich genügend Festplattenspeicher. Wer auf eine SSD zurückgreifen kann, soll das unbedingt tun! Zudem ist ein zweiter Bildschirm Gold wert.

Und noch ein wichtiger Punkt: Backups sind natürlich eine feine Sache, tut das, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Was ihr aber auf gar keinen Fall tun solltet, sind Updates im Schnittprogramm. Während des laufenden Projektes solltet ihr unbedingt bei der Version bleiben, mit der ihr angefangen habt. Ich habe damals einen simplen Patch für Premiere installiert und dann ging rein gar nichts mehr! Also Vorsicht!

Dateimanagement

Je grösser euer Projekt, desto mehr Sequenzen werdet ihr haben, verständlich. Legt eure Dateien, Sequenzen, Soundfiles, Rohdaten und so weiter sorgfältig und akribisch ab, es wird euch zugute kommen. Sachen, die ihr definitiv nicht braucht, sollten ohne Umweg in den Papierkorb wandern.

Der Schnitt

Mir mangelt es ehrlich gesagt an Erfahrung in dem Bereich, aber trotzdem konnte ich ein paar wichtige Erkenntnisse in dem Bereich sammeln. Als erstes sollte man immer vom Groben zum Feinen übergehen. Am Anfang schneidet ihr nur die einzelnen Szenen und Einstellungen zusammen und reiht sie aneinander. Es empfiehlt sich dabei übrigens, für jede Szene eine separate Sequenz im Schnittprogramm zu erstellen und die einzelnen Einstellungen auf eigene Spuren zu legen, so kriegt man kein Durcheinander.

Wir haben uns ein wenig vertan und gegen den Schluss Teilweise einige «Baustellen» gehabt, die man kaum noch bearbeiten konnte. Das sollte man natürlich möglichst vermeiden.

Falls ihr übrigens die Möglichkeit habt, eure Audiospuren von einem Profi überarbeiten zu lassen, dann nehmt die Chance war! Wir hatten das Glück und ein Kollege hat sich unseren Sound angehört und nachbearbeitet. Das Problem ist, dass wenn man selbst Hand anlegt, der ganze Spass oft arg übersteuert wird, was das Amateurohr in der Regel gar nicht wirklich hört.

Habt ihr den Rohschnitt zusammen, dann schaut euch das Resultat an. Das komplette Projekt an einem Stück zu sehen macht erstens Laune und zweitens sieht man sofort, wo noch Fehler vorhanden sind. Danach geht es an die Feinarbeit! Hier kann natürlich kreativ gearbeitet werden, Grenzen sind einem fast keine Gesteckt. Wir haben hauptsächlich die Bilder überarbeitet. Und zwar mit Kontrast- und Helligkeiteinstellungen sowie dem Neat-Plugin, das Bildrauschen entfernt. Letzteres ist übrigens ein wahrer Segen, wenn auch nicht ganz günstig. Dann wären da noch Introsequeznen mit Titeln, Fades, die ganzen Special Effects, Soundbearbeitung und so weiter. Wie gesagt, hier all zu gross auszuholen würde keinen Sinn machen, da jedes Projekt seinen eigenen Stil und seine eigenen Nachbearbeitungsschemata hat. Ein Blick in Richtung After Effects und Konsorten tut sicher gut, braucht aber auch eine ordentliche Einarbeitungszeit. Persönlich finde ich ja, dass sich ein Film ohne grosse Effekte behaupten sollte, aber das ist selbstverständlich Geschmacksache.4

Ach ja, rein zeitlich gesehen solltet ihr für den Schnitt gleich mindestens nochmal so viel Zeit einplanen, wie ihrs fürs Filmen getan habt.

Export

Heutzutage ist ein digitales Format eigentlich völlig ausreichend, denn mit YouTube, Vimeo und Ähnlichem, lassen sich Filme in Windeseile verbreiten. Am besten fährt man wohl mit dem h.264-Codec, damit ihr schlussendlich ein sauberes MP4-File habt. Das ist überaus stark komprimiert, die Qualität bleibt aber entsprechend hoch. Bei den Exporteinstellungen sollte die Qualität nicht hochgezüchtet werden. Exportiert ihr eine 720p Quelle zu einem 1080p File, riskiert ihr Ruckler, was zumindest bei uns der Fall war. Zudem würde ich empfehlen, das gesamte Projekt, oder auch die einzelnen Sequenzen, vor dem Export zu rendern, das erspart euch im Endeffekt Zeit.

DVD Authoring

Als allererstes: Vorsicht mit MP4-Files! Viele Authoringprogramme (wie Adobe Encore oder Apple iDVD) können mit MP4 nichts anfangen, was irgendwodurch auch verständlich ist. Ihr solltet für eine DVD euer Projekt im MP2-Format haben, damit nichts schief läuft. Ein wirklich hilfreiches Programm könnte hierbei der Wondershare Video Converter sein, der euch eure Videos in fast jedes Filmformat umwandeln kann. Ist nicht gratis, aber kann sich unter Umständen lohnen.

Wie dem auch sei, das hier ist wahrscheinlich eher ein Spezialfall… wir haben uns für eine kleine Auflage von DVDs entschieden.

Und sonst?

Im «Groben» wärs das ungefähr. Ich denke, das Wichtigste bei so einem Projekt ist der Spass und die Freude an der Sache. Wenn ihr letztendlich hinter euerm Gefilmten stehen könnt, dann hat sich die Arbeit gelohnt. Wir haben teilweise Blut geschwitzt, sind völlig übermüdet in der Nässe und Kälte gestanden, haben nächtelang vor dem Computer gesessen. Wieviele Stunden es waren, kann ich gar nicht mehr sagen, aber es hat sich trotzdem gelohnt, weil wir alle eine grandiose Erfahrung machen konnten und viel dazugelernt haben. In dem Sinne: auf ins nächste Projekt!

ps. der Text hier wird wohl noch die ein oder andere Überarbeitung erfahren.

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