Carpenter gehört ganz klar zu meinen Favoriten unter den Regisseuren. The Thing, Christine, Big Trouble in little China, They Live, Escape From New York, Halloween oder auch The Fog… der werte Herr hat schlicht und einfach einige der besten Filme in den Genres Action/Horror hervorgebracht.
Was ich schon seit Ewigkeiten vorhatte und irgendwie immer wieder aufgeschoben habe, war «Assault on Precinct 13», der erste richtige Film von ihm, mit welchem er seine glanzvolle Karriere im Jahre 1976 startete.
Seit ein paar Tagen darf ich diese Pendenz abstreichen, da es der Streifen nach all dem Aufschieben endlich in mein Hirn geschafft hat. Warum die Zeit keine Vergeudung war, möchte ich gleich näher beschreiben, vorher aber ein kurzer Anriss zur Story.
In der ersten Szene sehen wir einen Haufen Gangmitglieder, die offensichtlich auf der Flucht sind. Allerdings finden sie alle ein jähes Ende in einer Gasse, niedergestreckt durch gezielte Schüsse der Polizei. Der Durst nach Rache ist bei den Gangbossen gross und die Jagd nach Polizisten wird eröffnet.
Parallel dazu entwickeln sich 3 weitere Stränge in der Geschichte. Zum einen sieht man den frisch beförderten Polizisten Ethan Bishop, der die Nacht in einer bald stillgelegten Wache verbringen soll. Zeitgleich werden an einem völlig anderen Ort 3 Schwerverbrecher in einen gepanzerten Bus gesteckt, welcher diese in ein neues Gefängnis bringen soll. Und zu guter Letzt schaut man einem Vater über die Schultern, dessen Ausflug mit der Tochter ein äusserst tragisches Ende nimmt, zu welchem die erwähnte Gang nicht minder wenig beiträgt.
Wie dem auch sei, an der Stelle sei noch nicht all zu viel verraten, ausser vielleicht, dass eben genau jener unscheinbare Vater eine Schlüsselrolle spielen wird.
Im Endeffekt landen all die beschriebenen Personen in der selben Polizeiwache 13, welche, wie gesagt, menschenleer und nicht mehr in Betrieb ist, da die gesamte Belegschaft umsiedelte.
Das Problem bei der Sache ist, dass die Gang den Typen auf Schritt und Tritt folgen. Die Jagd endet aber bei der Polizeistation und geht in einen Angriff über. Nun gilt es für die zusammengewürfelte Truppe aus Polizisten, Verbrechern und Sekretärinnen vor Ort, sich gegen Horden von mordlustigen Freaks zu wehren. Diese stürmen nämlich in Strömen auf die Wache zu, schiessen alles kurz und klein und kennen weder Angst noch Schmerz. Zu allem Übel eilt noch nicht mal Hilfe herbei und die Munition wird für die Eingekesselten ebenfalls langsam aber sicher knapp.
Das man im Begriff ist, einen waschechten Carpenter zu schauen, merkt man schon an der Intromusik, die vom Meister persönlich komponiert wurde. Der Synthiesoundtrack ist nicht nur grandios in seiner Machart, er trägt auch wesentlich zur Stimmung bei, vor allem, weil er immer dann eingeblendet wird, wenn die Gangmitglieder zu sehen sind. Das gibt den wortkargen Killern einen zusätzlich kalten Touch.
So oder so merkt man dem Film die Handschrift Carpenters äusserst deutlich an. Was man hier sieht, prägt sein gesamtes filmisches Werk: dichte Atmosphäre, beklemmende Stimmung von der ersten Minute an, Aussichtslosigkeit, Verzweiflung, stark inszenierte Actionszenen (zu der Zeit sowieso over the Top, heute vielleicht ein wenig angestaubt). Trotzdem bleibt aber genug Spielraum, um den Charakteren die nötigen Persönlichkeitszüge zu geben.
Als zwar eigenständiger Film, suchte Carpenter aber ganz offensichtlich die Anspielung an andere Klassiker: so dürfte bestimmt «Night of the living Dead» Pate gestanden haben, vor allem, was die Verbarikadierung im Gebäude und die stumpfen Angreifer angeht. Ausserdem scheinen auch immer wieder die sozialkritischen Szenen hervor. Vor allem der Polizeiapparat kriegt ordentlich sein Fett weg.
Wie schon aufgegriffen, mag «Assault on Precinct 13» im Jahre 2010 etwas harzig rüberkommen, aber einen 34 Jahre alten Actionfilm schaut man sich schliesslich auch nicht wegen seinen Special Effects an. Was wir hier eher sehen, ist eine Pionierarbeit im Bereich Survivalaction und eine Perle eines Regisseurs, der bis heute seiner Linie treu geblieben ist.
Es gibt übrigens ein Remake aus dem Jahre 2005, bei welchem aber ein Grossteil der Stimmung überarbeiteten Actionsequenzen weichen musste… schade!




(4.5/5)
Tags: Action, Carpenter, Gang, Klassiker, Polizeistation, Remake, Survival

Die Story kommt mir bekannt vor. Denke ich hab das Remake gesehen. Weißt du wie das heisst?
Der heisst eigentlich genau gleich, ist halt einfach aus dem Jahre 2005.
http://www.imdb.com/title/tt0398712/