Den Begriff Kultfilm, oder in dem Fall Kultserie, mag ich eigentlich ganz und gar nicht. Heutzutage hieven ja auch schon die Promoter ihre eigenen Produkte in die Kult-Reihen, was ja im Prinzip völliger Schwachsinn ist. Wie dem auch sei, die 80er-Serie «The A-Team» ist definitiv Kult, ohne wenn und aber!
Die Serie konnte das unbekümmerte Flair der 80er perfekt einfangen, zeigte viel Action und war äusserst erfolgreich (was sie übrigens auch heute noch ist). In der Zeitspanne von 83 bis 87 waren Hannibal Smith, BA, Face und Murdock die Grössten. An Ihre Erfolge konnten die Schauspieler leider nie mehr wirklich anknüpfen, George Peppard (Hannibal) verstarb 1994. Fast 30 Jahre nach dem Serienstart läuft nun eine Filmadaption im Kino und alle fragen sich: Warum?
Darüber lässt sich jetzt natürlich streiten… ist der Film eine Liebeserklärung an die Serie? Wollte man auf den Retrozug aufspringen? Hatte man vor, das A-Team jüngeren Zuschauern zu präsentieren? Oder war man schlicht und einfach scharf auf gutes, schnelles Geld?
Lassen wir diese Fragen mal unbeantwortet und schauen den Film ein wenig genauer an.
Zu Beginn wird ganz sachgemäss das A-Team vorgestellt, wie es der Pilotfilm der Serie auch macht. Man sieht, wie sich die vier Ranger kennenlernen und aus Mexiko flüchten. Acht Jahre später, im Irak, erhält das Team einen Auftrag, gestohlene Gelddruckplatten, und damit erstellte Milliardenbeträge, in einer waghalsigen Aktion sicherzustellen. Der Einsatz entpuppt sich allerdings als Falle: das A-Team wird des Diebstahls und der Sabotage angeklagt und verknackt, während sich ein deutscher Söldnertrupp die Ware unter den Nagel reisst. Allerdings wäre das A-Team nicht das A-Team, wenn es nicht ausbrechen würde, um seinen Namen reinzuwaschen. Es beginnt eine furiose Jagd nach den Druckplatten, die Reise geht dabei um die halbe Welt.
Gut, die Story ist banal, aber das war sie auch schon zu Zeiten der Serie. Zudem ist ein Film völlig anders strukturiert, aber das ist hier nicht von Belang.
Neutral betrachtet ist A-Team ein grundsolider Actionstreifen. Es kracht an allen Ecken und Enden, ein Frachtschiff geht hoch, Flugzeuge stürzen ab, Häuser gehen zu Bruch, es wird sogar ein Panzer «geflogen». Die gesunde Mischung aus Adrenalin und Testosteron ist gut dosiert, der Film hat also ordentlich Drive! Das Ganze ist kurzweilig macht eine Menge Spass. Aber…
…es ist das A-Team! Ein arg zweischneidiges Schwert, da der Film meiner Meinung nach irgendwie nicht richtig zur Serie passen will. Und genau da ist die Krux. In 30 Jahren Filmtechnik ist einiges gegangen. Die plumpen, angestaubten Effekte aus den 80ern sind superaufwändigen, digitalen Meisterwerken gewichen. Das ist im Grunde genommen in Ordnung, der Wiedererkennungswert der Serie bleibt allerdings auf der Strecke. Gleiches gilt für die Schauspieler. Natürlich konnte man mit dem Originalcast nicht viel anfangen, aber gerade die Rollen von BA (Kampfsportler Quinton Jackson) und Hannibal (Liam Neeson, 96 Hours) wirken meiner Ansicht nach ein wenig fehlbesetzt, wobei man bei ersterem ganz klar sagen muss, dass es schier unmöglich ist, einen Mr.T zu ersetzen. Bradley Cooper (bekannt aus Hangover) als Faceman und Sharlto Copley (bekannt aus District 9) machen eine gute Falle.
Es ist aber auch ein schwieriges Unterfangen, muss ich zugeben. Bedient man lediglich die alten Hasen und Serienfans, bleibt ein Grossteil des Publikums fern vom Film. Ich denke, man sollte als Fan des Klassikers ein wenig offen für Neues sein und einsehen, dass ein Konzept, das damals funktionierte, heute undenkbar und ohne frischen Wind ein völliger Flop wäre. Nichts desto trotz wäre ein ganz kleiner Hauch mehr A-Team nett gewesen, auch wenns sogar ein bisschen auf die Trash-Schiene gekommen wäre, mir hätte es zugesagt. Massiv besser als andere Adaptionen, wie Miami Vice oder Starsky & Hutch, ist der Film aber allemal und als purer Actionstreifen macht er alles völlig richtig.
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!




(3.5/5)
Tags: 80er, A-Team, Action, BA, Faceman, Hannibal, Mr. T, Murdock, Remake, Serie
