August 26, 2010 0

A-Team

By eichruss in Meinung

The A-Team

Den Begriff Kultfilm, oder in dem Fall Kultserie, mag ich eigentlich ganz und gar nicht. Heutzutage hieven ja auch schon die Promoter ihre eigenen Produkte in die Kult-Reihen, was ja im Prinzip völliger Schwachsinn ist. Wie dem auch sei, die 80er-Serie «The A-Team» ist definitiv Kult, ohne wenn und aber!

Die Serie konnte das unbekümmerte Flair der 80er perfekt einfangen, zeigte viel Action und war äusserst erfolgreich (was sie übrigens auch heute noch ist). In der Zeitspanne von 83 bis 87 waren Hannibal Smith, BA, Face und Murdock die Grössten. An Ihre Erfolge konnten die Schauspieler leider nie mehr wirklich anknüpfen, George Peppard (Hannibal) verstarb 1994. Fast 30 Jahre nach dem Serienstart läuft nun eine Filmadaption im Kino und alle fragen sich: Warum?

Darüber lässt sich jetzt natürlich streiten… ist der Film eine Liebeserklärung an die Serie? Wollte man auf den Retrozug aufspringen? Hatte man vor, das A-Team jüngeren Zuschauern zu präsentieren? Oder war man schlicht und einfach scharf auf gutes, schnelles Geld?

Lassen wir diese Fragen mal unbeantwortet und schauen den Film ein wenig genauer an.

Zu Beginn wird ganz sachgemäss das A-Team vorgestellt, wie es der Pilotfilm der Serie auch macht. Man sieht, wie sich die vier Ranger kennenlernen und aus Mexiko flüchten. Acht Jahre später, im Irak, erhält das Team einen Auftrag, gestohlene Gelddruckplatten, und damit erstellte Milliardenbeträge, in einer waghalsigen Aktion sicherzustellen. Der Einsatz entpuppt sich allerdings als Falle: das A-Team wird des Diebstahls und der Sabotage angeklagt und verknackt, während sich ein deutscher Söldnertrupp die Ware unter den Nagel reisst. Allerdings wäre das A-Team nicht das A-Team, wenn es nicht ausbrechen würde, um seinen Namen reinzuwaschen. Es beginnt eine furiose Jagd nach den Druckplatten, die Reise geht dabei um die halbe Welt.

Gut, die Story ist banal, aber das war sie auch schon zu Zeiten der Serie. Zudem ist ein Film völlig anders strukturiert, aber das ist hier nicht von Belang.

Neutral betrachtet ist A-Team ein grundsolider Actionstreifen. Es kracht an allen Ecken und Enden, ein Frachtschiff geht hoch, Flugzeuge stürzen ab, Häuser gehen zu Bruch, es wird sogar ein Panzer «geflogen». Die gesunde Mischung aus Adrenalin und Testosteron ist gut dosiert, der Film hat also ordentlich Drive! Das Ganze ist kurzweilig macht eine Menge Spass. Aber…

…es ist das A-Team! Ein arg zweischneidiges Schwert, da der Film meiner Meinung nach irgendwie nicht richtig zur Serie passen will. Und genau da ist die Krux. In 30 Jahren Filmtechnik ist einiges gegangen. Die plumpen, angestaubten Effekte aus den 80ern sind superaufwändigen, digitalen Meisterwerken gewichen. Das ist im Grunde genommen in Ordnung, der Wiedererkennungswert der Serie bleibt allerdings auf der Strecke. Gleiches gilt für die Schauspieler. Natürlich konnte man mit dem Originalcast nicht viel anfangen, aber gerade die Rollen von BA (Kampfsportler Quinton Jackson) und Hannibal (Liam Neeson, 96 Hours) wirken meiner Ansicht nach ein wenig fehlbesetzt, wobei man bei ersterem ganz klar sagen muss, dass es schier unmöglich ist, einen Mr.T zu ersetzen. Bradley Cooper (bekannt aus Hangover) als Faceman und Sharlto Copley (bekannt aus District 9) machen eine gute Falle.

Es ist aber auch ein schwieriges Unterfangen, muss ich zugeben. Bedient man lediglich die alten Hasen und Serienfans, bleibt ein Grossteil des Publikums fern vom Film. Ich denke, man sollte als Fan des Klassikers ein wenig offen für Neues sein und einsehen, dass ein Konzept, das damals funktionierte, heute undenkbar und ohne frischen Wind ein völliger Flop wäre. Nichts desto trotz wäre ein ganz kleiner Hauch mehr A-Team nett gewesen, auch wenns sogar ein bisschen auf die Trash-Schiene gekommen wäre, mir hätte es zugesagt. Massiv besser als andere Adaptionen, wie Miami Vice oder Starsky & Hutch, ist der Film aber allemal und als purer Actionstreifen macht er alles völlig richtig.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

(3.5/5)

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August 25, 2010 0

Bluteffekte leicht gemacht

By eichruss in Cinemaniac, Off Topic

Für unser Filmprojekt steht auch eine Schussszene mit anschliessender Blutfontäne an. Naja, Fontäne ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es soll schon spritzen, wenn die imaginären Kugeln auf den Körper auftreffen.

Ich habe lange recherchiert und geschaut, wie man das am besten machen könnte. Nun, die Sache nach Hollywoodart durchzuführen, wäre erstens ein wenig gefährlich (man arbeitet mit kleinen Sprengladungen) und auch relativ teuer (für vorgefertigte Blutpackungen, sogenannte Squibs, muss ziemlich tief in die Tasche gegriffen werden).

Letztendlich habe ich mich für zwei verschiedene «Independent-Varianten» entschieden, die ich hier mal genauer aufzeigen möchte. Im Grunde genommen ist das Ganze sehr simpel und vor allem auch kostengünstig. Mit 20 Franken ist man dabei…

Methode 1: Blutspritzer durch Druckluf

Folgendes braucht man dafür:

  1. Druckluftsprühbehälter (braucht man in der Regel für Pestizide und Ähnlich)
  2. PVC-Schlauch, mit 3 Metern ist man dabei. Vom Durchmesser her sollte der Schlauch auf den Sprühaufsatz des Druckluftbehälters passen
  3. Teppichklebband und/oder sonstiges Dichtungsmaterial
  4. feiner Schwamm

Man dichtet nun das eine Ende vom Schlauch ab und macht etwa 5cm unterhalb des Schlauchendes einen kleinen Einschnitt. Ich würde das Loch nicht all zu gross machen. Der Schlauch wird übrigens robuster, wenn man vor dem Schneiden die Sache mit Klebeband abdeckt. Wichtig ist einfach, dass die Sache Dicht ist…

Ins Loch steckt man nun kleine Fetzen vom Schwamm, damit auch dieses Dicht wird. Nun kann man den Schlauch mit Kunstblut füllen. Bei der Menge sollte man am besten ein wenig experimentieren.

den Schlauch klebt man nun an den Körper des Filmopfers, das Loch im Schlauch symbolisiert selbstverständlich die Schusswunde. Darüber trägt man die Kleidung, welche natürlich beim Loch entsprechend aufgeschnitten wurde (ein «X»-Schnitt ist zu empfehlen).

Jetzt nur noch ordentlich Druck im Sprühbehälter aufbauen und das lose Ende vom PVC-Schlauch anschliessen (gegebenenfalls festklammern). Wenn nun die Luft entladen wird, spritzt die rote Sauce durch das Loch. Voilà, eine astreine Schusswunde!

Methode 2: Kondom

Ihr braucht:

  1. Kondom
  2. Silch resp. starker, schwarzer Faden für beleuchtete Nachtaufnahmen
  3. rundes Metallstück mit Loch in der Mitte (Tipp: Jetons bei Zigarettenautomaten, Waschanlagen etc.)
  4. Sekundenkleber
  5. Klebband

Das Kondom füllt man als erstes mit der gewünschten Menge Blut, weniger ist in dem Fall mehr… rein vom Effekt, und verknotet das Ganze, damit möglichst wenig Luft in der «Blutkammer» übrigbleibt.

Nun bindet man den Silch oder den Faden um das Metallstück und zieht ihn durchs Loch in der Mitte. den ganzen Spass klebt man anschliessend mit dem Sekundenkleber richtig fest ans Kondom.

Das Kondom wird dann auf den Körper geklebt, das Metallstück zeigt in Richtung Schusswunde. Hier sollte darauf geachtet werden, dass mit dem Klebband das Kondom soweit festgemacht wird, dass ein ordentlicher Druck auf dem Gummi lastet. Der Rest funktioniert gleich wie bei der ersten Methode: Kleider präparieren und drüber anziehen… in dem Fall zieht man halt einfach noch den Silch durch das präparierte Loch im Shirt.

Wird nun ruckartig am Silch gezogen, reisst das Metallstück ein Loch ins Kondom, durch den Druck vom Klebband spritzt das Kunstblut aus der «Wunde», heureka!

Sobald ich Videomaterial von den beiden Methoden habe, werde ich diese natürlich zeigen. Bis dahin werde ich mich weiter schlau machen und weitere Tests durchführen.

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August 24, 2010 0

Kindsköpfe

By eichruss in Meinung

Wer meinen Blog ein wenig verfolgt, dem dürfte aufgefallen sein, dass ich bis jetzt fast ausschliesslich gute Filme vorgestellt habe. Aber da wir ja nicht im Schlaraffenland, sondern in der bitteren Realität leben, in welcher nach wie vor katastrophale Schundfilme aus der Traumfabrik über uns rollen, möchte ich es mir nicht lassen, halt eben auch mal über einen solchen zu berichten.

Es gibt meiner Ansicht nach exakt zwei Filme von und mit Adam Sandler, die lustig sind: Happy Gilmore und Waterboy. Aber auch nur irgendwie darum, weil sie so strunzdumm sind und daher ein wenig Charme aussprühen. Der gesamte, ja, ich übertreibe nicht, Rest, ist eine Zumutung und gehört eigentlich wegen Schlechtheit auf den Index gesetzt! Kindsköpfe macht da leider keine Ausnahme.

Warum zum Geier ich Kindsköpfe gesehen habe, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Da war vielleicht der Gruppenzwang, eventuell war ich auch in einer geistigen Umnachtung gefangen, hatte einen Sodomieanfall und wollte mich selbst bestrafen… ich weiss es schlicht und einfach nicht!

Was passiert? Lenny, Eric, Kurt, Marcus und Rob, allesamt Freunde seit kleinauf, erfahren vom Tod ihres ehemaligen Basketballtrainers (alleine schon, dass im Maincast nur ein Schwarzer dabei ist und die Typen Basketball spielen… unglaublich!) und treffen sich auf dessen Beerdigung wieder. Anschliessend fahren Kind und Kegel zu einem alten Landhaus am See, wo man sich auch früher schon getroffen hat. Tja, dort kommts dann soweit, dass die fünf gestandenen Männer ihr inneres Kind wieder entdecken und nebenbei auch noch Be- und Erziehungsprobleme lösen. Ja doch, das wärs im Groben.

Vom Cast her kann ich eigentlich nicht reklamieren. Von David Spade, Rob Schneider und Kevin James halte ich eigentlich ziemlich viel… Chris Rock und eben, der Oberkomiker schlechthin, Adam Sandler, können mir gestohlen bleiben. Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch Salma Hayek und Madison Riley… allerdings nur darum, weil die beiden Damen heiss sind!

Wo soll ich anfangen? Am besten vielleicht, was gut ist: Salma Hayek und Madison Riley sind heiss! Hach, ich kanns nicht oft genug erwähnen.

Und was ist schlecht? Eigentlich der ganze Rest! da geht einfach gar nichts! Die Witze sind nicht lustig, die Story ist lahm ohne Ende, der Stereotypschleim quillt förmlich durch die Leinwand und der Soundtrack ist zum Kotzen. Beim ersten Punkt habe ich übrigens am meisten Mühe. Bei einer Komödie will ich lachen, ich will mich amüsieren! Was kriegt man geboten? Furzende Big-Mamas, ein bisschen Fäkalhumor hier, ein wenig Vater-Sohn-Gags dort, ein wenig angedeutete Erotik und ein paar urplatte Witzchen, damit auch der bekloppteste Zuschauer im Kinosaal was zu kichern hat.

Also nebst dem, dass der Film keine Sekunde lang auch nur ansatzweise komisch ist, ist die Story auch noch so was von unter aller Sau, dass man eigentlich entweder das Kino in einem wütenden Mob verlassen oder Adam Sandler anklagen sollte. Es passiert im Prinzip nichts… man schaut den Protagonisten zu, wie sie ihre Probleme lösen und ihre verzogenen Rotzlöffel in den Griff kriegen. Was völlig auf der Strecke bleibt, ist das Kindsköpfe-Thema. Ich hätte erwartet, dass die Jungs wenigstens so richtig auf die Kacke hauen (The Hangover hats vorgemacht) und sich ordentlich daneben benehmen. Aber nein, das einzig Tolle, was ihnen einfällt ist, bei einer Wasserrutschbahn in der Schlange eine Abkürzung zu nehmen. Wahnsinnige Draufgänger und brutale Kindsköpfe!

Was mich am meisten aufregt ist aber die Tatsache, dass Herr Sandler mit dem filmischen Dünnpfiff sich eine weitere goldene Nase verdient. Und ich hab dazu noch beigetragen. Ich hol dann mal meine Peitsche und bestrafe mich selbst.

(0/5)

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August 24, 2010 0

Triangle

By eichruss in Cinemaniac

Triangle

Blindkäufe bei DVDs sind ja meistens so eine Sache. Wenn ich die potentiellen Griffe ins Klo summieren würde, die ich bei solchen Aktionen gemacht hätte, dann würde bei mir zuhause eine vollwertige Kläranlage stehen. Aus Fehlern lernt man aber bekanntlich und daher stehen zum Glück doch nicht so viele faule Eier in meinem Regal.

Viel zu selten sind Blindkäufe zur Realität geworden, was im Prinzip auch völlig in Ordnung ist. Trotzdem liess ich mich kürzlich dazu verleiten, DEN Film ins Einkaufskörbchen zu legen… dem Mediamarkt-Kaufrausch sei Dank! Ich verfluche dich, du Ausgeburt der Konsumhölle!

Wie dem auch sei, Triangle sah vom Cover her ansprechend aus, der Beschrieb hinten drauf klang toll und die aufgeführten Rezessionen waren auch nicht schlecht. Ich bin also auf das älteste Grundprinzip überhaupt reingefallen: «Never judge a book by its cover» oder in dem Fall halt die DVD.

Gleich vorneweg: Ja, die Einleitung ist extra so negativ, weil spätestens mit diesem Textabsatz wird der Spiess umgedreht. Triangle ist ein Geniestreich und in der Form hab ich glaube ich noch nie etwas Vergleichbares gesehen!

Jetzt mal ehrlich, wer hat schonmal etwas von Triangle gehört? Niemand? Ach… es verwundert mich keineswegs, denn der Streifen scheint irgendwie nie wirklich Fuss gefasst zu haben und ist in den DVD-Regalen der Händler zwischen B-Movies und billigen Remakes anzutreffen. Völlig zu unrecht!

Die Story drückt dem Zuschauer höchstwahrscheinlich ein stilles «och nööö!» hervor: eine Truppe von jungen Frauen und Männern kommen bei einem Segeltörn in ein plötzlich auftauchendes Unwetter, kentern und finden schlussendlich Zuflucht auf einem menschenverlassenem Linienschiff. Ghost Ship anyone? Der Gedanke daran lässt erstmal die Augenlider runter und den Mageninhalt rauf, denn diese Parallele ist keine Gute, da Ghost Ship doch eher ein, sagen wir mal, Scheissfilm ist.

Doch sehr weit gefehlt! Ungeheurlich weit gefehlt! Was auf dem Schiff abgeht, entwickelt sich nach und nach zu einem extrem durchdachten und quälenden Psychotrip. Schlau inszeniert, sich ins Heftigste steigernd. Was genau passiert, werde ich nicht schreiben, das würde den ganzen Effekt vom Film nehmen.

Ich war nach dem Film irgendwie ein wenig perplex, denn so eine Wucht und Qualität hätte ich nicht erwartet. Allen, die mit Psychohorror und verzwickten Stories etwas anfangen können oder halt einfach mal wieder etwas Frisches sehen wollen, denen sei Triangle unbedingt ans Herz gelegt. Ganz grosses Kino aus der hintersten, verstaubten Ecke der Filmwelt. Schön, dass es immer wieder solche Perlen gibt, die man entdecken darf.

Dieses Mal ohne Trailer, da der schlicht und einfach zu viel verrät. Aber dafür eine satte Bewertung:

(5/5)

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August 20, 2010 0

Dexter Season 5 Teaser

By eichruss in Serien, Upcoming

Eine der, für mich zumindest, besten und originellsten Serien der letzten Jahre, geht in die fünfte Runde. Ab dem 26. September sorgt Dexter wieder dafür, dass Miami von den bösen Buben gesäubert wird. Ich freue mich riesig, vor allem nach dem unglaublichen Ende der vierten Staffel.

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August 17, 2010 0

Einige Gedanken zur Filmproduktion

By eichruss in Cinemaniac

Einige wissen es schon, andere noch nicht: ich arbeite mit 3 Kollegen an einem Kurzfilm! Vom Genre her würde ich jetzt mal «Psychothriller» vorschlagen, bei Kurzfilmen ist das aber eh ziemlich schwierig.

Nun denn, wir sind mitten in der Produktion und haben nun gut die Hälfte der nötigen Szenen im Kasten. Und schon jetzt ist der Aufwand fast schon unüberschaubar! Ich muss allerdings gleich vorneweg etwas klarstellen: die Arbeit macht unglaublich viel Spass, wir sind alle mit viel Herzblut dabei und sind voller Tatendrang… nicht dass hier die Stimmung aufkommt, es sei ätzend, einen Film zu drehen.

Wie dem auch sei, ich möchte hier mal einen Überblick über die Arbeit zeigen, die wir bis jetzt hatten. Wohlgemerkt haben sich alle Aufwände in unserer Freizeit abgespielt. Sprich, an Abenden und Wochenenden.

Viele kleine Dinge

Wo soll ich am besten anfangen? Vielleicht am einfachsten ganz am Beginn des Projekt, als der Film lediglich in unseren Köpfen rumgeisterte. Das war vor knapp eineinhalb Jahren. Mein Kollege Michael hat mich bei einem Feierabendbier über die Idee eines Kurzfilms informiert. Storymässig hatte er schon grobe Vorstellungen, ich war natürlich sofort Feuer und Flamme dafür!

Die Story hat sich dann nach und nach entwickelt. Hier eine glänzende Idee, dort etwas weggestrichen, bis wir im Endeffekt eine Geschichte hatten, die uns passte. Einige Monate später stiess Bojan, ein Kollege von Michael, zu unserem Team. Ab hier ging das Projekt eigentlich richtig los, da Bojan interessante Inputs zur Story gab und parallel dazu Stefan, unser Technikguru, ins Boot holte. Wir hatten nun ein solides Team aus Filmfreaks. Wir alle konnten uns gut ergänzen, sei es aus story- oder filmtechnischer Sicht.

Gut, die Story stand, nächster Schritt: Rekogniszieren! Ich hatte ein paar gute Locations im Kopf, welche wir zu zweit abfuhren, fotografierten und filmten. Bis auf ein paar Kleinigkeiten machte die Suche keine grosse Mühe, trotzdem verfliegt da gut und gerne mal ein ganzer Tag. Bei einigen Orten mussten zudem Aklärungen getroffen werden, ob und wann gefilmt werden kann (unser Film spielt ausschliesslich in der Nacht).

Dann gings darum, gewisse Requisiten zu organisieren. Das kleinere Zeug wie ein Gewehr, eine Schaufel etc. war da noch relativ simpel zu kriegen. Allerdings ist eine alte Amikarre ein wichtiger Bestandteil unseres Films… daher wurde kurzerhand via Ricardo ein 20 jähriger Buick Regal gekauft und nahe bei Winterthur abgeholt. Wir haben dabei einen wahren Glückstreffer gelandet und dafür kaum was bezahlt. Natürlich musste das Auto entsprechend eingelöst werden, ging aber relativ locker.

Als nächstes standen Testshots auf dem Programm. Unsere Szenen finden teilweise bei vollkommener Dunkelheit statt, da ist mit normalen Kameraeinstellungen rein gar nichts zu machen. Wir haben mit Scheinwerfern experimentiert und schlussendlich ein optimales Resultat erzielt. Via Generator haben wir die Möglichkeit, mehrere Daylight-Scheinwerfer zu betreiben, die eine dunkle Umgebung mehr als genügend ausleuchten können.
Soweit so gut, damit hatten wir eines unserer grössten Probleme eliminiert.

Zwischendurch gabs dann immer wieder kleinere organisatorische Hürden, die wir aber alle den Umständen entsprechend locker genommen haben. Auch die Schauspielersuche stellte sich als durchaus simpel heraus. Die nötigen Protagonisten fanden wir in unserem Freundeskreis, die Chemie stimmt und die Zusammenarbeit ist bis jetzt tadellos.

Und Action!

Vor zwei Wochen haben wir mit dem Drehen angefangen… und genau ab dem Zeitpunkt gings so richtig los! Wir haben nun 3 komplette Nächte gefilmt, hauptsächlich Szenen im, am und ums Auto. Wir haben x mal unsere Scheinwerfer auf- und abgebaut, sind stundenlang durch scharfe Kurven gebrettert, lagen bei 90 Sachen auf dem Kofferraum für eine coole Einstellung, machten Tests, leuchteten in filigraner Kleinarbeit mit LEDs den Innenraum vom Wagen aus, experimentierten mit Einstellungen, Licht und Schärfe. Immer begleitet von der Kälte, dem Regen und der eintretenden Müdigkeit.

Ich würde sagen, der Aufwand der ersten Nacht, in etwa 8 Stunden, erbringt eine, höchstens 2 Minuten. Aber der Aufwand ists wert! Qualität vor Quantität!

Uns stehen nun noch 2 wichtige Szenen bevor. Eine davon wird nochmals richtig anstrengend und locker ein weiteres Wochenende in Anspruch nehmen. Aber wie gesagt, der Spass steht stets im Vordergrund, wir haben Freude an unserem kleinen Projekt, nehmen die Sache aber durchaus ernst.

Point of no return

Wir sind jetzt schon in der Planung, wies mit dem Schneiden weitergeht. Da müssen wir uns auf alle Fälle nochmals auf ordentlich Aufwand gefasst machen.

Wenn wir dann aber unser Resultat anschauen können, der Film im Rahmen eines kleinen Events in einem Kino zu sehen sein wird und man eine DVD von dem ganzen Spass in den Händen halten kann, dann hat sich der Aufwand doch irgendwie gelohnt. Wenn dann noch irgendwer den Film toll findet, dann erst recht!

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August 16, 2010 0

Kurzfilm: Still Life

By eichruss in Cinemaniac

Ich bin hin und weg! Das ist mit Abstand einer der besten Kurzfilme, die ich je gesehen habe. Und nein, ich übertreibe garantiert nicht. Die Gänsehautstimmung, das kahle Setting, das Mitfiebern mit dem Typen… und das alles in nicht mal 9 Minuten. Chapeau!

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August 16, 2010 0

Inception

By eichruss in Cinemaniac, Meinung

Inception

Heureka! Auch ich lebe noch. Grund für meine Abstinenz waren ein Umzug und, um mal die Katze aus dem Sack zu lassen, ein eigenes Filmprojekt (dazu aber zu passender Gelegenheit mehr). Aber hey, wem bin ich überhaupt Rechenschaft schuldig? Wie dem auch sei, lassen wir meine Erklärungsnot, und verbannen wir meinen inneren Rebellen wieder in seine dunkle Ecke, und widmen uns dem wichtigeren Part dieses Posts: Inception!

Der Trailer war beim ersten mal schauen schon richtig stark! Alleine schon die Tatsache, dass Leonardo DiCaprio mitspielt und der Spass von Christopher Nolan verfilmt wird, gab gewisse Qualitätsanzeichen. Komischerweise ging ich dann doch ein wenig skeptisch ins Kino. Grund dafür war, dass ich einen brutal langatmigen, anstrengenden, aber durchaus spannenden Mindfuck erwartete… und genau dafür war ich irgendwie ganz und gar nicht in Stimmung. Einige Stunden später ging ich dann aber trotz allem voller Freude nach Hause. Warum das Ganze? Tja, weil Inception irgendwie ein kleines Meisterwerk ist!

Die Story ist nicht so heftig kompliziert, wie viele befürchtet haben, den roten Faden verliert man nie. Ausser vielleicht, man gehört zu der Gattung Kinogänger, die für Twilight oder Alvin und die Chipmunks Geld ausgeben. Ja doch, solche Leute werden spätestens nach dem Intro einen Hirn-Overflow erleiden und den Film mit «Och, der Leo ist halt schon süss!» abstempeln. Herrje, ich drifte schon wieder vom eigentlichen Thema ab…

Was soll ich zur Story erzählen? Das Ganze sinnvoll in ein paar Sätze zu verpacken ist kaum möglich, da die Strukturen dann halt doch etwas zu komplex sind. Vielleicht hilft ein kurzer Anriss:

Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein Traumdieb, wenn man so will. Er hat die Fähigkeit, Infos aus Leuten «rauszuholen», indem er sich in deren Träumen bewegt. Ein neuer Auftrag bringt jedoch ein völlig neues Level von Traumwandelei: einem Klienten soll ein Traum, resp. ein Gedanke, eingepflanzt werden. Dass eine effiziente Verarbeitung des Gedankenguts möglich ist, wird allerdings tiefer als der eigentliche Traum gegangen:  die Protagonisten wagen sich in den Traum des Traumes und noch viel weiter vor. Die Gefahr, in einem Traum gefangen zu bleiben, wird indes immer grösser. Als Nebenstrang, aber nicht minder unwichtig, gibt es da noch Cobb’s verstorbene Frau, die in der allertiefsten Ebene aller Träume gefangen ist, dem sogenannten Limbo. Klingt komisch, ist aber so! Schwierig zu erklären, meines erachtens nach. Allen, die auch nach dem Film noch keinen Plan haben: durch die Blogsphäre kursiert mittlerweile eine ziemlich cool gemachte Timeline.

Erstens mal, ganz vorneweg: DiCaprio überzeugt! Der Kerl macht einfach alles richtig. Gut, er spielt immer irgendwie den verkorksten, pessimistischen Typen, der alles und jeden verloren hat (Shutter Island, Blood Diamond, Body of Lies, The Departed… na, dämmerts?); nur spielt er diese Rollen jeweils so dermassen gut, von mir aus kann er ruhig so weitermachen.

Zweitens: die frischen Ideen machen den Film zu etwas speziellem. Wenn schon Science-Fiction, warum soll sich die Thematik dann nicht in Träumen von Menschen abhandeln? Eine solide Idee, die auch dementsprechend umgesetzt wurde!

Drittens: Drive! Der Film geht ordentlich ab und dreht schon von Anfang an richtig auf! Das schönste daran ist aber, dass der Film keinesfalls abstumpft und zum stupiden Actionkracher mutiert. Die Intelligenz bleibt, die Cleverness der Machart und die ausgewogenen, durchdachten Settings bleiben Grundsolide, bis zum Schluss.

Viertens: Der Schluss an und für sich! Wegen solchen Szenen bin ich ein Filmliebhaber! die letzten 3 Sekunden von Inception werfen alles, aber wirklich komplett alles, was geschehen ist, über den Haufen. Interpretationsraum entsteht binnen kürzester Augenblicke und zack, schon flimmert der Abspann über die Leinwand. Die Antwort muss sich der Zuschauer selber geben. Grandioses Finale, in der Art schon lange nicht mehr gesehen.

Fünftens: Der Soundtrack! Hans Zimmer… Punkt! Schlicht und einfach überwältigend und bombastisch.

Für alle, die offen sind für Neues, eventuell auch spezielles, denen möchte ich Inception unbedingt ans Herz legen!

(4.5/5)

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Juli 29, 2010 0

High Lane

By eichruss in Meinung

High Lane - Vertige

Franzosen, das sind diese kettenrauchenden Spitzbartträger, die sich ausschliesslich mit gestreiften Rollkragenpullis und Perrets einkleiden und sich von Rotwein und Froschschenkeln ernähren. Im Filmbereich sind die Franzosen übrigens diejenigen, die ohne Rücksicht auf Verluste möglichst viel Härte in ihre Filme bringen.

Würde man den Klischees glauben, wäre High Lane ebenfalls ein ultrabrutaler Psychoterror. tja, dem ist aber nicht so und man wird sich mal wieder bewusst, dass man nicht alles und jeden in den gleichen Topf werfen kann. Ach ja, natürlich entsprechen auch nicht alle Franzosen obengenanntem Stereotyp.

High Lane ist ein Horrorfilm, soviel dazu. Wie erwähnt, nicht von der gewohnten Sorte, aber es geht teilweise schon ziemlich ordentlich zur Sache. Dass wir hier aber nicht den typischen französischen Film haben, merkt man sehr schnell.

Ein paar Freunde machen sich auf den Weg um im Kroatischen Gebirge einen Klettersteig zu begehen. Unter den drei Jungs und zwei Mädels gibts von Anfang an Reibereien, da Ex und aktueller Freund der einen Protagonistin aufeinandertreffen. Mal ehrlich, das kann auch nur in einem Film vorkommen, oder? Wer zur Hölle nimmt den oder die Ex zu einem Freizeitausflug mit?

Zur schauspielerischen Leistung gibts eigentlich nicht viel zu sagen. Die Darsteller sind relativ belanglos und austauschbar, machen aber nichts desto trotz eine gute Falle.

Viel eindrücklicher ist das Szenario! Die jungen Wilden kraxeln mir nichts, dir nichts dem (gesperrten) Klettersteig entlang… tiefe Abgründe, wunderschöne Panoramen, irgendwie halt mal was anderes. Der Klettersteig ist übrigens nicht ohne Grund geschlossen, denn schon bald finden sich die Darsteller auf einer zusammenbrechenden Brücke wieder. Ab sofort wird ein alternativer Weg gesucht, der allerdings auf dem Gipfel des Berges in den Fängen eines psychopatischen Hinterwäldlers endet. Spätestens ab jetzt kommt zum Faktor Natur noch der Faktor «zurückgebliebener Killer im Wald» dazu, welcher das eigene Überleben beeinflusst.

Der Film gab zu Beginn wirklich ein gutes Bild ab. Die viel umworbene Angst vor dem Vertikalen und der Gefahr des Absturzes kam irgendwie schön zur Geltung (Stichwort: Brücke), der Film scheint bis zur Hälfte alles richtig zu machen. Frische Ideen, Mensch vs. Natur, Berge… eine tolle Sache! Aber warum zum Geier muss da plötzlich noch ein degenerierter Freak auftauchen? Das hat irgendwie die ganze Stimmung kaputt gemacht, weil der Film spätestens ab dann zu einem völlig unspektakulären Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn-Survivaltrip wird, das man schon x-fach anderweitig gesehen hat. Auch die Konstante «Vertikal» ist mir nichts, dir nichts irelevant, es spielt sich alles in einem düsteren Wald ab und ja, das wärs im Groben.

Sehr schade, da wär definitiv mehr gewesen, was man verarbeiten könnte. Der plumpe Storyturn wär wirklich nicht nötig gewesen.

(2.5/5)

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Juli 24, 2010 1

Event Horizon

By eichruss in Cinemaniac, Meinung

Event Horizon

Zwar habe ich den Film schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, trotzdem ist er mir irgendwie eben gerade in den Kopf geschossen und aus Langeweile hab ich mir den Trailer angesehen. Verdammt, allein schon der lässt es mir kalt den Rücken runterlaufen. Ich muss Event Horizon wohl mal irgendwo auf Bluray suchen.

Eine Expeditionscrew fliegt in die Weiten des Alls, um ein längst verschollenes Raumschiff, welches seit kurzer Zeit wie aus dem Nichts wieder aufgetaucht ist, zu untersuchen. Fernab von der Erde, beim Neptun, um genau zu sein, dümpelt der Kreuzer «Event Horizon» still vor sich hin. Sieben Jahre sind vergangen, seit dem es verschwand. Die Crew um Captain Miller (Laurence Fishburne) und Dr. William Weir (Sam Neill) geht an Bord und findet in erster Linie nichts. Das Schiff ist tot, ein Grab.

Die Event Horizon beherbergt einen Portalgenerator, welcher schwarze Löcher formen kann. Somit kann das Schiff mit unglaublicher Geschwindigkeit reisen. Nur muss irgendetwas schief gegangen sein, denn das Schiff landete bei seinem Verschwinden in einer anderen Dimension, die der Hölle in nichts nachsteht, was Videoaufnahmen verdeutlichen, welche gefunden werden.

Die gesamte Mannschaft hat sich, dem Wahnsinn verfallen, in einem Ausbruch von purem Chaos und unvorstellbarer Gewalt selbst hingerichtet. Jenes Schicksal droht nun auch der Rettungsmannschaft.

Ich glaube, es gibt keinen Film, der mir mehr Gänsehaut und mehr Schockmomente eingebrockt hat, wie Event Horizon (ok, vielleicht noch REC und The Descent). Das Setting trägt dazu einiges bei, die endlosen, dunklen Gänge des maroden Raumschiffs, die beklemmende Leere des Weltalls und die allgegenwärtige Präsenz des Bösen machen den Film einfach zu einer Nervenprobe schlechthin.

Storymässig zwar nichts weltbewegendes, aber in Sachen SciFi-Horror fällt mir trotzdem nichts besseres ein.

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